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Distributions-Mechanik: Warum liefert Jarltech nicht direkt an Endbenutzer?
Im letzten Beitrag habe ich erklärt, warum Hersteller mit Distributoren arbeiten, statt selbst an Tausende Händler zu liefern.…
Im letzten Beitrag habe ich erklärt, warum Hersteller mit Distributoren arbeiten, statt selbst an Tausende Händler zu liefern. Die logische Anschlussfrage kommt prompt – und zwar genau eine Stufe tiefer: »Gut, der Hersteller liefert an Euch. Aber warum liefert Ihr dann nicht gleich an den Endkunden? Den Fachhändler dazwischen könntet Ihr Euch doch sparen.« Dieselbe Logik, dasselbe Missverständnis, nur eine Etage weiter unten. Und die Antwort lautet ebenso klar: weil wir es bewusst nicht tun. Wir sind niemals der Konkurrent unserer Kunden.
Der wichtigste Grund vorweg, ganz unromantisch: Der Fachhändler ist unser Kunde. Würden wir an dessen Endkunden direkt verkaufen, würden wir genau den Mann angreifen, der uns sein Geschäft anvertraut. Das nennt sich Channel-Konflikt, und es ist der schnellste Weg, ein Distributionsgeschäft an die Wand zu fahren. Ein Reseller, der fürchten muss, dass sein Lieferant ihm morgen den Kunden wegschnappt, bestellt eben nicht mehr bei diesem Lieferanten. Vertrauen ist in diesem Geschäft kein Wohlfühl-Wort – es ist das eigentliche Betriebskapital.
Ja, es gibt sie noch, die »Hybrid-Distis«, die auch an Endkunden verkaufen, entweder selbst oder über Tochterfirmen. Wer da kauft, kauft bei seiner Konkurrenz. Dass Hersteller das noch zulassen, ist genau wie »Non-Stocking Distributors« ein Zeichen mangelnder Konsequenz – weil man befürchtet, am Ende doch noch irgendeinen Kunden irgendwo zu verlieren.
Dann ist da die Sache mit der Wertschöpfung. Wir verkaufen Hardware – einen Scanner, einen Drucker, ein Kassensystem. Was der Endkunde aber braucht, ist eine funktionierende Lösung: eingerichtet, an seine Warenwirtschaft angebunden, vor Ort installiert, geschult und im Störfall innerhalb weniger Stunden wieder am Laufen. Genau das macht der Fachhändler oder Systemintegrator – und zwar besser, näher und schneller, als wir es aus Usingen je könnten. Er kennt seinen Bäcker, seine Apothekenkette, seine Spedition. Diese letzte, entscheidende Meile zwischen »Karton« und »läuft« ist nicht unser Handwerk. Es ist seines.
Und schließlich sind wir schlicht nicht für Endkunden gebaut. Unser ganzer Apparat – Logistik, Bonität, Zahlungsziele, Support, Verträge – ist auf B2B ausgelegt, auf den professionellen Wiederverkäufer. Der Endkunde bringt eine völlig andere Welt mit: Widerrufsrecht, Endverbraucher-Support, »Wie schalte ich das Gerät ein?«-Anfragen am Samstagabend, Einzelstück-Versand an Privatadressen, Retouren ohne Projektkontext. Das ist ein eigenes Geschäftsmodell mit eigener Kostenstruktur – und es ist nicht unseres. Wer beides gleichzeitig betreiben will, macht am Ende beides halb.
Man sieht: Es ist exakt dieselbe Mechanik wie eine Stufe höher. So wie der Hersteller gut darin ist, Produkte zu bauen, und wir gut darin sind, sie tausendfach mit Value Add zu verteilen, so ist der Fachhändler gut darin, daraus beim Endkunden eine laufende Lösung zu machen. Drei Stufen, drei Disziplinen, und jede zieht ihren Teil der Last. Würden wir eine Stufe überspringen, würden wir nicht sparen – wir würden uns Aufgaben aufladen, die andere besser beherrschen, und gleichzeitig diejenigen verprellen, die uns tragen.
Deshalb stellen wir bei Jarltech keine einzige Rechnung an einen Endverbraucher. Nicht, weil wir es nicht dürften – sondern weil es das Modell kaputt machen würde, von dem alle drei leben.
Denn merke: »Wer seine eigenen Kunden überholt, kommt nirgendwo schneller an – nur allein.«
Distributions-Mechanik: Warum arbeiten Hersteller mit Distributoren?
Eine Frage, die mir erstaunlich oft gestellt wird – mal vom Reseller, mal von einem neuen Mitarbeiter, manchmal sogar vom Hersteller selbst: »Warum verkauft der…
Eine Frage, die mir erstaunlich oft gestellt wird – mal vom Reseller, mal von einem neuen Mitarbeiter, manchmal sogar vom Hersteller selbst: »Warum verkauft der Hersteller eigentlich nicht direkt? Dann sparen sich doch alle die Distributions-Marge.« Klingt erstmal logisch. Ist es aber nicht. Und das hat handfeste Gründe, die mit der eigentlichen Marge fast gar nichts zu tun haben.
Stellen wir uns vor, ein Hersteller will den europäischen Markt direkt bedienen. Dann hat er es nicht mit einer Handvoll Distributoren zu tun, sondern mit ein paar tausend kleinen und mittleren Fachhändlern. Jeder einzelne davon will eine Bonitätsprüfung, ein Zahlungsziel, eine Rechnung in Landeswährung, einen Ansprechpartner in seiner Sprache, gelegentlich eine Mahnung – und ab und zu fällt einer aus und zahlt gar nicht. Die Hersteller haben sich das ausgerechnet: Das alles kostet bis zu 14% Marge … die effizienten Distis machen das aber für weniger als die Hälfte. Das ist kein Produktgeschäft mehr, das ist ein Bankgeschäft. Genau dieses Risiko und diesen Verwaltungsaufwand nehmen wir dem Hersteller ab: Aus tausend wackeligen Debitoren wird für ihn ein einziger, der pünktlich zahlt – nämlich wir.
Dann ist da die Logistik. Der Hersteller liefert am liebsten palettenweise an eine Adresse. Der Fachhändler braucht aber oft nur drei Drucker, ein Handheld und zwar morgen. Diese »letzte Meile«, das Zerlegen der Großmengen in Einzelstücke und das tägliche Verschicken an Hunderte Empfänger, will kein Hersteller selbst machen. Wir schon.
Auch bei großen Projekten ist der Disti wichtig: Klar kann man schön mal 10.000 Terminals verschicken, aber dann will der Kunde am Ende doch noch zwanzigmal zehn Kabel an verschiedene Adressen haben.
Und es geht weiter: lokale Vertriebsteams in jedem Markt, technischer Support, RMA-Abwicklung, Konfiguration, Bundles, Schulung der Händler. Der Außendienst eines Herstellers kann sich wirtschaftlich um die großen Endkunden und die großen Projekte kümmern – aber niemals um den Fachhändler, der im Jahr für 8.000 Euro bestellt. Die Rechnung geht schlicht nicht auf. Diese Reichweite dorthin, wo die Masse der Händler sitzt, liefern wir.
Man kann es auch so sehen: Der Hersteller ist gut darin, ein Produkt zu bauen. Wir sind gut darin, es tausendfach, kleinteilig, auf Kredit, in 22 Ländern zu bringen. Das sind zwei völlig verschiedene Disziplinen, und beide brauchen volle Aufmerksamkeit. Ein Hersteller, der versucht, beides selbst zu machen, wird in der Regel an einem von beiden scheitern – meist an dem, was er kann, nämlich Produkte zu entwickeln.
Und natürlich geht es um die Bilanz, vielleicht der wichtigste Punkt: Der Hersteller entlastet seine Bilanz um Forderungen und um Lagerbestände – und bläht dafür den Distributor auf.
Die Distributions-Marge ist also keine Gebühr, sondern der Preis dafür, dass jemand das Kapital, das Risiko, die Logistik und die Marktbearbeitung übernimmt, die der Hersteller sonst selbst tragen müsste – nur teurer und schlechter. Wer einmal die Frage nach dem Direktverkauf stellt, fragt kein zweites Mal.
Denn merke: »Den Mittelsmann kann man streichen – seine Arbeit nicht.«
Darüber müssen wir reden. Ajax.
Ich mache das jetzt seit vielen Jahren. Ich kenne unsere Reseller. Ich kenne ihre Kunden.…
Ich mache das jetzt seit vielen Jahren. Ich kenne unsere Reseller. Ich kenne ihre Kunden. Und ich sehe gerade etwas, das mich ehrlich gesagt ein bisschen ratlos macht.
Da steht ein Reseller in einem Einzelhandelsgeschäft oder in einem Lager, installiert einen Scanner, richtet die Kasse ein, konfiguriert den Etikettendrucker — und geht dann nach Hause. Er sieht die leere Ecke über der Eingangstür. Er sieht das unbewachte Lager. Er sieht die Kasse ohne Kamera. Und er denkt: nicht mein Thema.
Das ist ein Fehler. Ein teurer.
Wessen Thema soll es denn sein?
Der klassische Sicherheitstechniker kommt aus einer anderen Welt. Er kennt Kabel, Leitstellen, proprietäre Systeme. Er kennt aber nicht unsere Kunden. Er hat keine Beziehung zum Einkaufsleiter im Großhandel, keine Referenz beim Filialleiter der Drogeriekette, keinen Fuß in der Tür beim Logistiker, der gerade ein neues Lager in Betrieb nimmt.
Unsere Reseller haben das alles. Seit Jahren. Oft seit Jahrzehnten.
Und Ajax hat die Technologie, die genau dazu passt: wireless, cloud-basiert, per App verwaltbar. Kein Kabelziehen. Kein Handwerk. Wer einen Handscanner in Betrieb nehmen kann, kann auch ein Ajax-System installieren. Ich sage das nicht als Werbeslogan — ich sage das, weil ich mir die Produkte angeschaut habe.
Reden wir kurz über Marge.
Ein Ajax-Alarmsystem für einen mittelgroßen Einzelhändler. Drei Bewegungsmelder, zwei Türkontakte, eine Außenkamera, Hub, Sirene. Materialwert: irgendwo zwischen 600 und 1.200 Euro. Projektmarge für den Reseller: 35 bis 50 Prozent. Dazu eine Stunde Installation. Und wenn der Kunde einen Wartungsvertrag will — den er meistens will — dann kommt jeden Monat Geld, ohne dass jemand etwas tun muss.
Das ist kein Vergleich, der zugunsten des Scanners ausgeht.
Die Chance schwimmt gerade vorbei.
Security ist kein Nischenthema mehr. NIS2 zwingt Unternehmen, ihre physische Sicherheit ernst zu nehmen. Versicherungen fordern Nachweise. Betreiber von Lagern, Arztpraxen, Apotheken, Restaurants werden regulatorisch in eine Richtung geschoben, in der Kameras und Einbruchmeldeanlagen keine Kür mehr sind, sondern Pflicht.
Wer jetzt anfängt, Ajax zu verkaufen, ist beim Kunden, wenn die Entscheidung fällt. Wer wartet, bis der klassische Sicherheitstechniker diese Kundschaft entdeckt hat, kommt zu spät.
Ich sehe, wie schnell sich das bewegt. Und ich sehe, wie viele unserer Reseller noch zögern, weil sie sagen: Wir kennen uns damit nicht aus.
Das ist der einzige valide Einwand. Und er ist lösbar.
Was wir tun.
Jarltech wird in Kürze die erste Jarltech Ajax Academy in unserem Event- und Trainingscenter in Usingen veranstalten. Die Einladung kommt. Wer kommt, geht mit dem Wissen raus, ein einfaches Ajax-System selbst zu installieren und seinem Kunden zu erklären. Und mit einer Ajax MotionCam Outdoor in der Hand — zum selbst Ausprobieren.
Wir machen das, weil wir glauben, dass die Kombination aus AIDC-Know-how und Security-Technologie ein Angebot ergibt, das kein klassischer Sicherheitserrichter replizieren kann. Das ist eine echte Differenzierung. Und die wird in den nächsten zwei bis drei Jahren über den Erfolg vieler Reseller entscheiden.
Also: Reden Sie mit Ihren Kunden. Schauen Sie sich um. Und melden Sie sich, wenn Sie Fragen haben.
Die Chance schwimmt noch. Aber nicht ewig.